Archiv für den Monat: Februar 2016

Von der Hochleistungs- zur Erschöpfungsgesellschaft?

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„Der Wandel der Arbeitswelt hat die Anforderungen an die Beschäftigten revolutioniert – die Konsequenzen werden sichtbar.

Die Welt, in der Arbeit stattfindet, hat sich seit den 1970er-Jahren des 20. Jahrhunderts verändert – mit einschneidenden Auswirkungen auf die Arbeits- und Gesellschaftsbedingungen. War in den 1970er-Jahren jeweils die Hälfte der Beschäftigten in der Industrie/im Gewerbe und im Dienstleistungssektor tätig, arbeiten heute etwa zwei Drittel im Dienstleistungsbereich. Die Änderung der sektoralen Verhältnisse ist durch eine zunehmende Verlagerung von körperlichen zu psychischen Arbeitsanforderungen gekennzeichnet. Steigende Wissens- und neue Denkanforderungen sowie vermehrt gefordertes Selbstmanagement spielen hierbei eine zentrale Rolle. Besondere Bedeutung kommt dem Gefühlsmanagement zu, das Erzeugen und Beherrschen von Gefühlsäußerungen ist im Dienstleistungsbereich von großer Wichtigkeit (vgl. Hacker, Sachse, 2014).

Wo führt der Weg hin?
Die Globalisierung der Märkte führt kontinuierlich zu einer Steigerung des Lohn- und Konkurrenzdrucks, nationale Spiel- und Freiräume werden kleiner. Sozial-, Schutz- und Umweltstandards werden „kostenbedingt“ immer mehr ausgehöhlt. Die rasanten technologischen Entwicklungen im Informations- und Kommunikationsbereich beschleunigen das (Arbeits-)Leben. Auch die Weiterentwicklung von theoretischem und praktischem Wissen sowie von Qualifikationen unterliegt dieser Beschleunigung.

Auf Unternehmensebene kommt es zu einer beständigen Flexibilisierung auf struktureller und hierarchischer Ebene. Auf der einen Seite wird den ArbeitnehmerInnen in immer höherem Maß (scheinbare) Handlungsautonomie und Flexibilität zugestanden. Auf der anderen Seite entstehen aber neue Restriktionen wie beispielsweise stärkere Ergebnisorientierung, Verdichtung der Arbeit (hohe Produktivität in möglichst kurzer Zeit), Verknappung von Ressourcen etc. ArbeitnehmerInnen werden dazu „motiviert“, ihre Tätigkeit intensiver und „beschleunigter“ auszuführen. Die Verantwortung für das „Funktionieren“ des Unternehmens bzw. die unternehmerische Verantwortung des Arbeitgebers wird zunehmend auf die Beschäftigten übertragen. Dies wird oftmals über Managementsysteme realisiert, die mit (engen) Zielvereinbarungen operieren. Die „erzwungene Selbstausbeutung“ wird als „selbstbestimmte Überforderung“ erlebt (Kratzer, 2012).

Die neuen Arbeits- und Gesellschaftsbedingungen bilden sich sprachlich durch unterschiedliche Bezeichnungen unserer Gesellschaft ab: „Wettbewerbsgesellschaft“, „Wissensgesellschaft“, „Hochleistungsgesellschaft“ – manche sprechen jedoch bereits von der „Ermüdungs- oder Erschöpfungsgesellschaft“. Arbeitswelt – quo vadis?“(gesundearbeit)

Der Schlüssel zum Lohnzettel

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„Was gilt bereits und was ändert sich ab 2016?

Früher landete er am Ende des Monats auf dem Schreibtisch der ArbeitnehmerInnen: der Lohnzettel. Inzwischen ist auch er digital geworden. Das spart zwar Papier, der Inhalt des Lohnzettels bleibt aber vielen ArbeitnehmerInnen weiterhin ein Rätsel. Bruttolohn, Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeitrag: Was verbirgt sich eigentlich hinter all diesen Posten?
Im Grunde ist der Lohnzettel nichts anderes als eine schriftliche Entgeltabrechnung. Damit sollen ArbeitnehmerInnen nachvollziehen können, wie sich ihre Löhne und Gehälter zusammensetzen. Flapsiger ausgedrückt: Es soll klar werden, wie aus Brutto Netto wurde.
Bislang hatten ArbeitnehmerInnen keinen rechtlichen Anspruch auf einen Lohnzettel. Wer keinen erhielt, konnte also auch nicht überprüfen, ob alles seine Richtigkeit hat. Weil allfällige Fehler nicht bewiesen werden konnten, konnte man auch nichts gegen säumige Arbeitgeber tun. Damit ist nun Schluss: ArbeitnehmerInnen haben einen Anspruch auf den Lohnzettel und können diesen notfalls vom Arbeitgeber einklagen.

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Frühe Hilfen

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„Bei Frühe Hilfen handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, das darauf abzielt, gesundheitliche Belastungen von Familien und Kindern frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser zum Nutzen von Frühen Hilfen: „Präventionsmaßnahmen in der frühen Kindheit sind besonders effizient. Sie wirken sich langfristig positiv auf die Gesundheit aus und sind ein wirksamer Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, zur Armutsbekämpfung und zur Senkung späterer gesundheitlicher Risiken. Auch der ökonomische Nutzen ist nachweislich bei Maßnahmen in der frühen Kindheit am größten.“

Im Mittelpunkt stehen FamilienbegleiterInnen, die als konkrete Ansprechpersonen für die Familien da sind. Als freiwilliges Angebot helfen sie den Betroffenen, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu finden und in Anspruch zu nehmen. Die FamilienbegleiterInnen arbeiten in sogenannten Frühe-Hilfen-Netzwerken, die sich um eine optimale Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote bemühen. Dieses Netzwerk besteht aus unterschiedlichsten Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesen und der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. Krankenanstalten, Krabbelstuben, Schuldnerberatung, Eltern-Kind-Zentren, Mutterberatungszentren, praktische Ärzte oder Fachärzte), die einerseits als ZuweiserInnen zu den Frühen Hilfen agieren, andererseits mit ihren Leistungen auch als KooperationspartnerInnen zur Verfügung stehen.“(bmg)

nähere Infos unter:
BM für Gesundheit
Frühe Hilfen

Blog

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Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Schaut auch immer wieder mal in den Blog, hier könnt ihr Fortbildungen, Veranstaltungen, Literaturtipps etc. finden, kommentieren und auch selber für die anderen posten.

Liebe Grüße, eure Christine

ÖGB wird einem Teilkrankenstand sicher nicht zustimmen

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„Der ÖGB wird einem Teilkrankenstand sicher nicht zustimmen, auch nicht, wenn Rabmer-Koller ihn nun in eine „Teilarbeitsfähigkeit“ umbenannt hat. „Wer krank ist, soll sich erholen. Über die Arbeitsfähigkeit muss auch weiterhin der Arzt oder die Ärztin entscheiden“, so Achitz: „Es ist bedauerlich, dass die Wirtschaftsvertreter nicht von ihren Arbeitspflicht-für-Kranke-Ideen abgehen und damit auch die Verhandlungen über den sinnvollen, freiwilligen Teilzeit-Wiedereinstieg nach langer Krankheit gefährden.“

Arbeitgeber sollen mehr dafür tun, dass ArbeitnehmerInnen gesund bleiben!

ArbeitnehmerInnen müssen das Recht auf einen gesunden Arbeitsplatz haben. Achitz: „Krank machende Arbeitsplätze sorgen nicht nur dafür, dass die Menschen früher in Pension gehen. Sie führen auch zu Kosten in Milliardenhöhe für Entgeltfortzahlung und Krankengeld, entfallene Wertschöpfung für Betriebe und Krankenbehandlungskosten. Dazu kommen hohe Kosten aufgrund von krankmachenden psychischen Arbeitsbelastungen wie Stress und Arbeiten unter Zeitdruck. „Hier könnte man auch die Ausgaben der Krankenkassen reduzieren, aber dafür müssen wir die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen“, sagt Achitz.“(ögb)